FBI schaltet Sharehoster Megaupload ab, Hintermänner festgenommen



FBI schaltet Sharehoster Megaupload ab, Hintermänner festgenommen

Die US-Bundespolizei FBI hat am Donnerstag sämtliche Dienste von Megaupload geschlossen und einige der Hintermänner des Sharehosters festgenommen. Die Behörden werfen Megaupload Urheberrechtsverstöße und Geldwäsche in Höhe von rund 175 Millionen US-Dollar vor.

Megaupload war einer der größten Sharehoster mit angeblich 180 Millionen registrierten Usern und im Schnitt 50 Millionen Besuchern täglich. Die Nutzer konnten alle möglichen Dateien auf die Server von Megaupload hochladen, wo diese über eine eindeutigen URL erreichbar waren. Über kostenpflichtige Mitgliedschaften, die schnellere Up- und Downloads ermöglichten, machten die Betreiber riesige Umsätze. Neben legalem Content gab es aber auch Unmengen illegal hochgeladener Filme, Fernsehserien und Musik, mit denen Gründer Kim Schmitz (auch bekannt als Kim Dotcom) und weiter Firmenverantwortliche der Industrie einen immensen Schaden zugefügt haben, so die Vorwürfe der Justiz. Schmitz und drei weitere Hintermänner wurden am Donnerstag in Neuseeland festgenommen, drei weitere Personen werden mit Haftbefehl gesucht.

Die Schließung von Megaupload hatte prompte Vergeltungsmaßnahmen der Hacker-Gruppe Anonymous zur Folge, die mit DDoS-Attacken zeitweise Webseiten von FBI, US-Justizministerium und der Musikindustrie lahmlegte. Zusätzliche Brisanz erhält der Vorfall natürlich dadurch, dass sich das Ganze nur einen Tag nach den Protesten gegen die neuen US-Gesetzvorlagen SOPA und PIPA abspielte. Mit diesen Gesetzen würden Ermittlungsbehörden noch mehr Macht erhalten, gegen Seiten wie Megaupload vorzugehen, die Urheberrechtsverletzungen begehen.


    ausdrucken    per Email versenden    bearbeiten 20.01.2012
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